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Pizza-Kalkulation in 7 Schritten: So weißt du, was du an jeder Pizza verdienst

Vom Mehl bis zur Salami — die komplette Anleitung zur Pizza-Kalkulation für deutsche Pizzerien. Mit Beispielrechnung, Standard-Grammaturen und WEQ-Zielen.


Warum die meisten Pizzerien zu wenig verdienen

Eine Pizza Salami für 11,99 € klingt gut. Aber wenn du nicht weißt, wie viel Käse, Salami, Sauce und Teig genau drauf sind — kannst du nicht wissen, was du verdienst. Die Realität: Viele Pizzerien arbeiten mit Wareneinsatzquoten (WEQ) von 35 % und mehr, ohne es zu merken. Branchenstandard für gute Pizzerien liegt bei 22–28 %.

Der Unterschied? Bei einer Pizzeria mit 30 Pizzen pro Tag und einem WEQ von 35 % vs. 25 % sind das 110 € weniger Wareneinsatz pro Tag — also rund 3.300 € mehr Gewinn pro Monat. Bei gleichem Umsatz.

Schritt 1: Standard-Grammaturen festlegen

Der wichtigste Schritt — und der, den die meisten Pizzerien überspringen. Eine Pizza muss jedes Mal gleich sein. Wenn der eine Kollege 80 g Salami auflegt und der andere 120 g, kannst du nicht kalkulieren. Hier die wirtschaftlich gesunden Werte für gute Pizzerien:

Diese Werte sind großzügig genug, dass kein Kunde sich beschissen fühlt. Aber sie sind knapp genug, dass du gesund verdienst.

Schritt 2: Einkaufspreise pro Einheit hinterlegen

Du musst wissen, was dein Käse pro Kilo kostet — nicht pro Pack. Beispiel:

Schritt 3: Wareneinsatz pro Pizza berechnen

Pizza Salami 26 cm:

0,29 € Teig + 0,18 € Sauce + 0,89 € Käse + 0,90 € Salami = 2,26 € Wareneinsatz

Plus Karton (0,18 €) und Energie/Wasser (geschätzt 0,30 € pro Pizza) = 2,74 € Vollkosten.

Schritt 4: WEQ berechnen

WEQ (Wareneinsatzquote) = Wareneinsatz ÷ Nettoverkaufspreis × 100. Bei Speisen in DACH: 7 % USt.

Das ist sehr gesund. Marge 8,94 € pro Pizza.

Schritt 5: Faktor-Methode für Pricing

Faustregel: Verkaufspreis = Wareneinsatz × 3,5 bis × 4. Bei deiner Pizza mit 2,26 € Wareneinsatz wären das 7,90 € bis 9,00 €. Du verlangst 11,99 € — also bist du im sicheren Bereich. Wenn dein Faktor unter ×3 fällt, hast du ein Problem.

Schritt 6: WEQ-Ampel anwenden

Schritt 7: Monatlich überprüfen

Lieferantenpreise ändern sich. Salami war vor zwei Jahren 9 €/kg, jetzt 12,90 €. Wenn du nicht regelmäßig kalkulierst, läufst du in eine WEQ-Falle. Setz dir ein festes Datum am 1. jedes Monats, an dem du die wichtigsten EK-Preise überprüfst.

Tools, die dir die Arbeit abnehmen

Gastro System hat die komplette Kalkulationslogik eingebaut: Du trägst die Standard-Grammaturen einmal ein (oder nutzt unsere Defaults für 26/32/40 cm), trägst die EK-Preise pro Zutat ein — und siehst für jede Pizza live den WEQ und die Marge in Euro.

Bei Preisänderungen vom Lieferanten? Du änderst eine Zahl, das System rechnet alle 80 Pizzen-Varianten neu durch.

Zusammenfassung

Pizza-Kalkulation ist keine Raketenwissenschaft. Aber sie macht den Unterschied zwischen einer Pizzeria, die durchkommt — und einer, die richtig Geld verdient.

  1. Standard-Grammaturen festlegen
  2. EK-Preise pro Einheit eintragen
  3. Wareneinsatz pro Pizza berechnen
  4. WEQ ausrechnen
  5. Mit Faktor-Methode gegenchecken
  6. WEQ-Ampel anwenden
  7. Monatlich überprüfen

Wenn du das ein Quartal lang durchziehst, hast du am Jahresende 10.000–30.000 € mehr als ohne — bei gleichem Umsatz.


Veröffentlicht am 2026-05-22 · Gastro System Redaktion

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