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Mindestlohn 2026: Was Gastronomen jetzt am Schichtplan ändern müssen

Der Mindestlohn steigt 2026 auf 12,82 € — und mit ihm die Minijob-Grenze. Konkrete Anweisungen für Schichtplanung, Personalkosten-Hebel und die Aufzeichnungspflicht nach §17 MiLoG.


Die wichtigsten Zahlen 2026

Seit 1. Januar 2026 gilt:

Das wirkt klein. Aber für eine Pizzeria mit 8 Minijobbern bedeutet das monatlich 200–400 € Mehrkosten, wenn du nichts tust.

1. Minijobber-Stunden neu kalkulieren

Bei 12,82 €/h darf ein Minijobber maximal 43,37 Stunden pro Monat arbeiten, um unter 556 € zu bleiben. Das sind 10 Stunden pro Woche. Wer vorher mit 11 Stunden pro Woche kalkuliert hat, muss runter — oder die Person in einen Midijob umwandeln.

Praxis-Tipp: Plane Minijobber auf 9,5 Stunden pro Woche. Das gibt dir Puffer für Mehrarbeit in Stoßzeiten, ohne dass du in den Midijob rutschst.

2. Aufzeichnungspflicht nach §17 MiLoG

Wenig bekannt: Im Gastronomie-Gewerbe gilt tägliche Aufzeichnungspflicht für Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit. Bei Minijobs und bei kurzfristig Beschäftigten.

Die Aufzeichnung muss spätestens am 7. Tag nach der Arbeit erfolgen und 2 Jahre aufbewahrt werden. Verstöße: bis zu 30.000 € Bußgeld.

3. Pausenregelung nicht vergessen

Ab 6 Stunden Arbeit: 30 Minuten Pause. Ab 9 Stunden: 45 Minuten Pause. Die Pause ist unbezahlt und muss im Voraus geplant sein.

Bei Schichten 11-22 Uhr (11 Stunden) ist das wichtig: 45 Min. Pause sind Pflicht. Es sind 10,25 h × 12,82 € = 131,40 € pro Schicht.

4. Personalkosten-Hebel

Bei steigendem Mindestlohn gibt es nur 5 Hebel:

  1. Effizienz steigern — selbe Arbeit mit weniger Stunden. Vorbereitung optimieren, Tools digitalisieren.
  2. Preise erhöhen — durchschnittlich 4–6 % bei Speisen, um die Lohnsteigerung abzufedern.
  3. Personalmix ändern — Vollzeit-Mitarbeiter sind pro Stunde günstiger als Minijobber.
  4. Self-Service erhöhen — QR-Code-Bestellung am Tisch, Kiosk-Terminals reduzieren Service-Stunden.
  5. Öffnungszeiten anpassen — schwache Phasen streichen.

5. Schichtplanung neu denken

Statt fester Wochenpläne lohnt sich der Blick auf Stundenkurven. In den meisten Pizzerien:

Wenn du in der schwachen Phase 3 Mitarbeiter parkst, hast du Personalkosten ohne Umsatz. Lösung: Geteilte Schichten oder Personalverschiebung in die Vorbereitung.

6. Mehrarbeit kontrollieren

Bei Minijobbern ist Mehrarbeit gefährlich: Mehr als 14 Stunden im Monat über den geplanten Schnitt → automatische SV-Pflicht und damit Lohnnebenkosten. Mehr als 30 % über Plan → Minijob-Status fällt sofort weg.

Setz dir monatlich am 25. einen Reminder: Wer ist über Stundenkontingent?

7. Schichtplan-Software vs. Excel

Excel funktioniert — bis du 8 Mitarbeiter mit unterschiedlichen Verträgen, Pausenregeln und Stundenkontingenten hast. Dann brauchst du 4 Stunden pro Woche nur für den Plan.

Mit einer Schichtplan-Software sinkt die Zeit auf 30 Minuten pro Woche. Bei 4 € Stundensatz Aufwand wären das 56 € gesparter Aufwand pro Woche, also 2.900 € im Jahr.

Checkliste: Heute machbar

  1. Alle Mitarbeiterverträge prüfen: Stundenlohn unter 12,82 €? → Schreiben aufsetzen, Anpassung zum nächsten Monatsersten.
  2. Minijob-Stunden überprüfen: Alle unter 43 Stunden im Monat?
  3. Aufzeichnungssystem etablieren: Stempeluhr, App oder Papier-Liste mit Unterschrift
  4. Stundenkurve einmal pro Schicht überprüfen — wo sind unproduktive Phasen?
  5. Preise auf der Karte: Wann war die letzte Anpassung?

Fazit

Mindestlohn-Steigerungen sind keine Katastrophen, wenn du planvoll vorgehst. Wer nichts tut, frisst sie. Wer Effizienz, Preise und Personalmix gemeinsam denkt, kommt sogar gestärkt raus.


Veröffentlicht am 2026-05-20 · Gastro System Redaktion

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